Infrastruktur für den Radverkehr muss ausgebaut werden – aber an den richtigen Stellen

CDU Ehrenfeld sieht Antrag der Bezirksvertretung für KölnerFahrradGürtel (KFG) kritisch

 „Köln ist mit dem Rad unterwegs. Neuer Rekord an den Dauerzählstellen für den Radverkehr“ verkündete die Stadt Köln Ende Oktober. Eine erfreuliche Nachricht, findet Niklas Kienitz, Vorsitzender der CDU Ehrenfeld: „Die Verkehrswende hin zu mehr Radverkehr findet bereits statt. Die Stadt Köln ist aufgefordert, diese mit sinnvollen Infrastrukturmaßnahmen nicht nur zu begleiten, sondern auch progressiv zu befördern.“ Als positives Beispiel nennt Kienitz die Öffnung der Gladbacher Straße für Radfahrer in Richtung Ehrenfeld und Neu-Ehrenfeld.

 

Kritisch bewertet die CDU Ehrenfeld allerdings den Antrag der Bezirksvertretung zur Umwidmung jeweils einer Fahrspur pro Richtung am Melatengürtel, Ehrenfeldgürtel und Parkgürtel in eine Fahrradspur. Insbesondere Park- und Ehrenfeldgürtel sind in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs stark durch den Autoverkehr ausgelastet. „Bereits jetzt bilden sich in den Stoßzeiten an der Ausfahrt Ehrenfeld der A 57 auf die Gürtel in beide Richtungen Rückstaus. Eine Verengung auf eine Fahrspur hätte massive negative Auswirkungen und der Verkehr käme zum Erliegen“, mahnt Kienitz. Dies betrifft in erster Linie Pendler, die aus Krefeld, Neuss und Düsseldorf kommen. „Diese Menschen mit außerstädtischen Anfahrtswegen können und werden auch trotz Fahrradspur nicht auf ein Fahrrad umsteigen können“, kritisiert Kienitz den Antrag als wenig durchdacht.

Die Gürtel sind im Vergleich zu anderen Straßen bezüglich Radverkehr nicht stark ausgelastet. Die CDU Ehrenfeld schlägt deshalb vor, etwa die Planungen zur Venloerstraße und Vogelsangerstraße zum Umbau in Einbahnstraßen endlich anzupacken und dort für die Fahrradfahrer eine Fläche in beide Richtungen vorzuhalten. „Die Venloerstraße ist mit 1,5 Millionen Radfahrern bis Ende September die mit Abstand meistbefahrene Straße auf Kölner Stadtgebiet. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf für eine sinnvolle Maßnahme zur Förderung der Verkehrswende“, fordert Kienitz. Als weitere mögliche Maßnahmen nennt die CDU Ehrenfeld den Ausbau von Fahrradwegen auf der Aachener Straße zwischen Innerer Kanalstraße bis zum Heumarkt sowie den fahrradgerechten Umbau des innerstädtischen Rings.

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